Die Einödsbergalpe
liegt drei bis vier Stunden südlich vom Markt.
Das fast unzugängliche Alpgebiet liegt auf
der Westseite des Himmelschrofenzugs zwischen dem
Schmalhorn im Norden und dem Wildgundkopf im Süden
und greift zugleich auf die Ostseite hinüber.
Im Jahre 1482 wurde sie mit der wahrscheinlich ältesten
bekannten Alpordnung des Allgäus ausgestattet.
Nach der zwischen 1566 und 1580 entstandenen Alpordnung
hatte die Alpe Einödsberg 218 Weiden, wovon
56 den Herren von Laubenberg-Stein und von Rauhenzell,
36 dem Spital Kempten, der Rest 19 Bauern aus dem
Oberallgäu gehörten. Die ursprünglich
private Genossenschaftsalpe Einödsberg, wurde
im 19. Jahrhundert geteilt und wieder in Privatbesitz
übergeführt. Stüzle beschreibt, dass
auf Vorderer und Hinterer Alpe um 1848 über
100 Kühe sömmerten, was für heutige
Verhältnisse bei den steilen Hängen fast
unmöglich erscheint. Da die Alpböden auch
auf der anderen Bergseite mit eigener Melke lagen,
wurde die Milch dann zum Grat hinaufgetragen und
dort mit Schlitten zur Sennhütte zum Käsen
gebracht .Nach mehrmaligem Besitzerwechsel gingen
beide Alpen in den Jahren 1863 bzw. 1879 in das
Eigentum des damaligen Prinzen Luitpold von Bayern
über.
Noch während des Ersten Weltkrieges wurde die
Vordere Einödsbergalpe als Sennalpe genutzt,
nach dem Weltkrieg wurde sie von der Gemeinde Oberstdorf
gepachtet, war aber zu diesem Zeitpunkt schon eine
Schafalpe.
Nachdem die Alpe 1930 wegen der Wirtschaftskrise
kurzeitig nicht mehr beschlagen war, wurden beide
Alpen zusammen von der Interessengemeinschaft Allgäuer
Bergschafzüchter gepachtet und mit 1200-1400
Bergschafen beschlagen. Inzwischen wurden die Alpen
von dem Hause Wittelsbach an Herrn Kurle aus Bolsterlang
verkauft, der die verfallene Stallung und Hütte
der Hinteren Alpe im Jahre 2002 wieder aufgebaut
hat.
Die Alpe wird auch in der schaurigen Sage "Der
Sisyphos vom Einödsberg", die Reiser 1895
festhielt, erwähnt.
Siehe Leitseite "Alpen"
Bauen am Berg, Stankowski, S. 257f
Flurnamen, Steiner, S. 73f
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Lageplan des vom Verein der ehemailgen Rechtler ... erworbenen Heylschen Grundbesitzes
Die untere Einödsberg-Alpe vom Flugzeug aus
Auf- und Abstieg:
Von Birgsau und auch von Einödsbach
aus führen jeweils Wege hinauf zur Hinteren Einödsbergalpe
und von dort weiter hinauf zur Vorderen Alpe.
Früher gab es auch einen Weg von der Alpe durch
die Fluren Häsels Gern, im Sack und Tagweidle
hinunter zur Unteren Mädelealpe im Spielmannsauertal.
Weitere Links:
Täler und Flüsse:
Stillachtal
Alpen und Alphütten:
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Rößle