Das Alpgebiet der Gumpenalpe (ca.
1600 m) liegt im Trettachtal und ist etwa drei bis
vier Stunden südlich vom Markt entfernt. Die
Alpe befand sich wie die Ringersgundalpe in einem
Kessel auf der östlich Seiten des Himmelschrofens
und erlaubt eine wunderbare Aus- und Fernsicht. Zwischen
dem Hinteren Wildengundkopf und dem Schmalhorn stand
auf ca. 1600 m früher eine kleine Sennhütte,
deren Grundriss noch heute schwach zu erkennen sein
soll.
Erstaunlich ist, dass an dieser Stelle, wo nur wenig
Weide und kein Holz zur Verfügung stand, eine
Alpe angelegt wurde. Außerdem stellte der schwierige
Auf- und Abzug ein großes Problem dar. Die Errichtung
einer Alpe an dieser Stelle ist nur damit zu erklären,
dass die Lebensverhältnisse in Spielmannsau sehr
ärmlich waren (siehe dort).
Die Bezeichnung "Gumpen" kommt in dieser
Umgebung äußerst selten vor, obwohl eigentlich
viele ähnliche Geländeformen existieren.
Es bedeutet so viel wie „tiefe Stelle im fließenden
Wasser“. Gumpen ist eine gebräuchliche
Bezeichnung im Lechtal, woraus man schließt,
dass der Name aus dem Lechtal in die Spielmannsau
mitgebracht wurde. Ähnlich wie bei der Ringersgundalpe
lag der Ertrag von Käse mit 71,43 Pfund pro Kuh
weit unter dem Durchschnitt. Insgesamt konnte man
laut Stützle von 7 Kühen, welche hier nur
während der halben Alpzeit Weiden fanden, 5 Ztr.
Käse und 70 Pfd. Butter gewinnen.
Eigentlich war die Gumpenalpe nur ein von den Spielmannsauern
für kurze Zeit des Sommers genutzter Alpboden.
Sie wurde schon 1874 aufgegeben. Im Jahre 1878 wurde
sie vom Prinzregent Luitpold gekauft, kam dann später
wahrscheinlich bei einer Gebietsarrondierung im Jahre
1900 an den Baron von Heyl. Seit 1953 ist sie im Besitz
des Vereins der ehemaligen Rechtler.
Schmalhorn, Hinterer
Wildgundkopf und Gumpenalpe
Auf- und Abstieg:
Mir unbekannt!
Einen Versuch über den Vorderen Wildgundkopf
an das Alpgebiet heranzukommen, musste ich leider
abbrechen.
Laut Steiner ist der ursprüngliche Gumpenaufzug
total verfallen und ähnelt zeitweise einer
Klettertour. Der Aufzug ist auf der Alpenvereinskarte
von 1906 noch eingezeichnet.
Siehe Leitseite
"Alpen"
Flurnamen, Steiner, S. 123
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Lageplan des vom Verein der ehemailgen Rechtler ...
erworbenen Heylschen Grundbesitzes
Alternative Schreibweisen
Gumpenalpe, Gumpen Alpe
Stand:
06.06.2007
Ausschnitt aus der Alpenvereinskarte
von 1906 Achtung:
Für Wanderungen besorgen Sie sich bitte eine aktuelle
Wanderkarte,
denn viele der hier eingezeichneten Wege sind nicht
mehr begehbar!
Nur für sehr ortskundige Bergsteiger zu empfehlen!
Verbesserungsvorschläge und weitere Artikel
für diesen Online-Führer werden gerne
entgegengenommen!
Alle Angaben auf diesen Seiten "ohne Gewähr"! Alex
Rößle