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Oberstdorfer Alpen: : Hieren-Alpe

Alpe/Alphütte Höhe Weideflächen Anmerkung
Hieren-Alpe
1563 m
?  m
aufgelassen
Beschreibung und Geschichte:
Die Hierenalper Hütte lag drei Stunden südlich vom Markt entfernt auf 1563 m Höhe in der Nordflanke des Rückens des Fürschießers unterhalb des Krummen Steins. Die Weidegründe griffen aber auch auf die Westhänge über, gehörten aber seit jeher zum Traufberg.
Die Zahl der Kühe schwankte zwischen 25 und 35 Kühen.
Sie stellte unter den Traufberger Alpen eine Ausnahme dar, da sie nicht zum Gericht Ehrenberg versteuerte. Wahrscheinlich wurde die Alpe ursprünglich von einem Angehörigen des Hochstifts (oder der Heimenhofen ?) erschlossen. 1531 wurde sie erstmals als "Ürenalb" schriftlich erwähnt. 1567 ging sie aus der Lehenschaft der Herren v. Heimenhofen zu Burgberg in die des Hochstifts Augsburg über. 1877 wurden die Alpe vom Prinzregenten Luitpold erworben. 1886 erschien im Anzeigeblatt ein Inserat, dass die Sennalpe Hierenalpe zu Verpachten sei. 26 - 28 Kühe konnten damals gesömmert werden. Im Jahre 1900 gings durch einen Tauschvertrag an Freiherr von Heyl. Zu der Auflassung der Alpe 1924 wird auch der schwierige Zugang durch den sehr steilen Wald beigetragen haben. Später wurde die Alphütte zu einer Jagdhütte umgebaut, denn dieses Gebiet ist noch immer ein hervorragendes Jagdgebiet. Schließlich kam sie 1953 durch Kauf an den Verein der ehemaligen Rechtler.
Anmerkung:
Der nicht ungefährliche Weg durch das Alpgebiet war ein sehr beliebter Pfad für Schmuggler, die über Vierschüßer und den Krummen Stein zur Hierenalpe wanderten, denn auf dem Normalweg zu Kempter Hütte musste früher immer mit Zöllnern gerechnet werden. Noch beliebter für das im 19. Jahrhundert von den Tälerern gene ausgeübte Gewerbe jedoch war der nächste, noch steilere Rücken am Fürschießer, der deshalb den Namen "Schwärzger Rücken" bekam.
Auf- und Abstieg:
Das Alpgebiet liegt am Aufstieg vom Traufberg über die Käserstatt (1248 m) auf den Fürschießer. Früher führten noch 2 weitere Wege hinauf. Der eine kam direkt aus Spielmannsau vom Norden über die Bubenebne. Der zweite begann bei der gegenüberliegenden Unteren Mädelealpe und stieg steil aus dem hinteren Trettachtal hinauf.
Weitere Links:
Täler und Flüsse: Traufbachtal
Anmerkung
Thaddäus Steiner hat in "Unser Oberstdorf", Heft 45 mit einem lesenswerten Artikel "Zur Geschichte der Alpen im Traufberg - Teil 1" genaue Daten, insbesondere zu den jeweiligen Besitzern, zusammengetragen.
Literatur:
Unser Oberstdorf, Heft 45, 2005, S. 1605 ff
Bauen am Berg, Stankowski, S. 245
Flurnamen, Steiner, S. 145
Oberstdorfer Geschichte III, S. 37 f
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Oberstdorf vor 100 Jahren, Thomma E. in "Unser Oberstdorf", Heft 11, S. 182
Lageplan des vom Verein der ehemaligen Rechtler ... erworbenen Heylschen Grundbesitzes
Siehe Leitseite "Alpen"
Alternative Schreibweisen
Hierenalpe, Hieren Alpe, Hiren-Alpe, Hirenalpe, Hirenalpe
Stand: 06.06.2007
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