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Oberstdorfer Alpen: Ringersgund-Alpe

Alpe/Alphütte Höhe Weideflächen derzeitige Nutzung
Ringersgund-Alpe
1580 m
-
aufgelassen
Beschreibung und Geschichte:
Vor 1948 standen dort noch zwei Sennhütten.
Die Weidegründe bestanden aus drei von Süden nach Norden sich reihenden, stets kleiner werdenden Mulden. Die nördlichste wird als Gündle bezeichnet, in der auf 1580 m eine Alphütte stand. Die folgende Mulde heißt Mittelgund, in der sich früher eine Hütte auf 1563 m befand und auch Vordere Ringersgundalpe genannt wurde. Von dieser Hütte sind heute noch die Grundmauern erhalten. Die südlichste Mulde heißt „der Gund“ (Hintere Ringersgundalpe), wo früher ebenfalls eine Hütte war. Nach Steiner stand dort noch 1973 eine hölzerne Zisterne, die das hier so knappe Wasser sammelte. Da die Alpgröße sehr gering war und sie außerdem schwer zugänglich ist, wird angenommen, dass der Ringersgund ursprünglich Privatbesitz war.
1867 wurden die Alpe vom Prinzregenten Luitpold erworben, ging dann im Jahre 1900 durch einen Tauschvertrag an Freiherr von Heyl und schließlich 1953 durch Kauf an den Verein der ehemaligen Rechtler.
Die Herkunft des Namens Ringersgundalpe ist dagegen weitgehend unbekannt. Der Name wird jedoch schon 1451 als „die alb [...] Ringmansgrund“ verwendet, welcher als „Gund der nur dürftige Weide zu bieten hat“ erklärt wird.
Nach Stützle betrug der Gewinn von 34 Kühen, die man hier während der Alpzeit weidete circa 30 Ztr. Käse und 3-4 Zentner Butter. Ein eher dürftiger Ertrag.
In den 30er und 40er Jahren wurde diese Sennalpe in eine Jungviehalpe umgewandelt, auch weideten hier gegen Ende ein paar Schafe. Im Jahre 1948 oder 1949 brannte die Alphütte, die damals von Joseph Müller gepachtet wurde, aus Unachtsamkeit ab. Ein früherer Pächter, der beim Wildern erwischt wurde und somit die Alphütte abgeben musste, soll die Hütte aus Zorn niederbrannt haben. Die Alpe wurde aufgegeben und das Gebiet wird nur noch zu Jagd genutzt. Heute gehört sie dem Verein der ehemaligen Rechtler.
Alternative Schreibweisen
Ringatsgund, Ringersgund Alpe, Ringersgundalpe
Der Gund und der Mittelgund von Osten (Gerstruben) aus gesehen
Erschließung:
Die Ringersgundalpe liegt zwei bis drei Stunden südlich vom Markt auf der östlichen Seite des Himmelschrofens. Von diesem Platz kann man das Spielmannsautal erblicken und es wird einem der Einblick in die Seitentäler Gerstrubens und Traufberg gewährt.
Weitere Bilder:
- Das Gündle mit der Lawinenverbauung
- Der Himmelschrofen von Norden
Auf- und Abstieg:
Von der abgerissenen, eisernen Brücke hinter dem Christlessee auf dem alten Viehauftrieb hinauf zum Gund (Hintere Ringersgundalpe). Über das Gündle und das Gierenbad hinab zum Burgstall. ... mehr
Weitere Links:
- Tourenbeschreibung
Literatur:
Alpenvereinskarte 1906
Bauen am Berg, Stankowski, S. 243
Flurnamen II, Steiner, S. 274f
Lageplan des vom Verein der ehemaligen Rechtler ... erworbenen Heylschen Grundbesitzes
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Pfarrei Oberstdorf, Stützle, S. 21
Siehe auch Leitseite "Alpen"
Stand: 06.06.2007
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