| Beschreibung und Geschichte: |
| Die
Warmatsgund-Alpe liegt etwa drei bis vier Stunden
südwestlich vom Markt in einem westlichen Seitental
des Birgsauertales. Der Name Warmatsgund stammt
wahrscheinlich von einem Personennamen wie Warmunt
ab, der im Allgäu früher öfter vorkam.
Im Jahre 1455 wurde die Alp erstmals urkundlich
erwähnt. Der gesamte Besitz gehörte seit
1896 dem Prinzregenten Luitpold, der die Alpen verpachtete.
1936 wollte die Gemeinde das Alpgebiet kaufen, musste
sie dann aber der NS-Ordensburg in Sonthofen überlassen.
Deren Besitz ging 1948 an den Freistaat Bayern (bay.
Staatsforstverwaltung) über. So ist zu erklären,
dass eine Oberstdorfer Alpe, das Höfle, das
bis zum Jahre 2001 bestand, abgebaut, nach Diepolz
bei Immenstadt transferiert und dort im Zuge des
Bergbauern- und Sennereimuseums wieder aufgestellt
wurde.
Die Alpe war im 19. Jahrhundert in die Vordere
und Hintere Warmatsgundalpe aufgeteilt.
Zur Vorderen Warmatsgundalp gehörten:
1. Das Höfle,
das nördlich des Marktobels lag.
2. Die Möserhütte,
die abgerissen wurde und nahe des Kanzenwandhauses
stand. Sie hieß früher auch Möser-Stieralpe
und wurde später als Melke genutzt.
3. Die Hütte im Kühgund
(eigene Seite)
Zu der Hinteren Alp gehörten:
1. Das Höfle,
das um die Jahrtausendwende nach Diepolds verlegt
wurde. Die im Bestand vorhandene Käserei beweist,
dass sie auch als Sennalpe genutzt wurde. In dieser
Hütte bestand auch ein offizieller Schlafraum
für den Jäger des Prinzregenten.*
2. Die Wankhütte,
wo früher eine Galthütte, die später
in eine Sennalpe umgewandelt wurde, stand. Sie wurde
Ende des 20. Jahrhunderts von einer Lawine weggerissen.
Der Name Wank bedeutet wahrscheinlich "von
Natur aus grasiges Land".
3. Die Roßgundalpe
(eigene Seite) |

Die Höfte-Hütte in Diepolds |
| Anmerkung: |
| In der Nacht vom 5. auf
den 6. Mai 1865, als halb Oberstdorf dem Brand zum
Opfer fiel, befand sich der Prinzregent gerade im
Warmatsgundtal zur Hahnenbalz. Vielleicht übernachtete
er in der oben erwähnten Kammer. |
| Weitere Links: |
Alpen und Alphütten: Roßgundalpe,
Kühgundalpe
Täler und Flüsse:Stillachtal |
| Literatur: |
Siehe Leitseite
"Alpen"
Bauen am Berg, Stankowski, S. 251
Flurnamen, Steiner, S. 370f,
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Prinzregent Luitpold von Bayern, Weißensteiner
I. u.a. in "Unsere Oberstdorf", Heft 2,
S. 91 |
|

Das zum größten Teil wieder aufgeforstete
Alpgebiet vom Kühgund aus gesehen |
| Auf- und Abstieg: |
Das Alpgebiet wird durch eine Straße
erschlossen, die von der Skiflugschanze über
Schwand und Leiter zum Schlappoldhöfle führt.
Dort verzweigt sie sich in drei Straßen.
Die linke führt ins Warmatsgundtal bis hinter
an den Wank. Hier beginnt der Aufstieg über den
Kühgund zur Fiderpaßhütte.
Die mittlere Straße geht nach oben zum Kanzelwandhaus
(Möser Hütte).
Die rechte Straße zieht hinauf zur Alpe Schlappold. |

In der Höfle-Hütte (Diepolds) |

Jägerkammer in der Höfle-Alp |
| Alternative Schreibweisen |
| Warmatsgund Alpe, Warmatsgundalpe,
Möser Hütte, Wank Hütte, |
| Stand:
06.06.2007 |
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