| Beschreibung und Lage: |
| Der im Jahre 1379 erstmals als "Fürschoß" erwähnte
Grasberg liegt zwischen Traufbach-, Trettach- und
Sperrbachtal. Drei Merkmale machen ihn unverkennbar:
Er besitzt einige, wenig ausragende, trotzdem spitze
Gipfelpunkte, die durch messerscharfe Kämme
verbunden sind. Von den jeweils äußersten
Gipfelpunkten ziehen markannte Rücken (u.a.
Warmatsrücken, Schwärzgerrücken, Freithofrücken)
ins Tal. ziehen. Auf dem größten der Rücken,
der nach Westen in Richtung Spielmannsau zieht, lag
früher die Hierenalpe und auf ihm befindet sich
auch der Krumme Stein, der den Normalbergsteiger
von einer Bergtour auf den Fürschießer
abhält. Zwischen diesen oben genannten Graten
liegen große, glatte Grasflächen, die
an den talnahen Rändern immer steiler werden. |
Besonders die steilen Wiesen
wurden früher
als Bergheugebiet genutz. Deshalb gab es auch eine
Reihe weiterer Aufstiege, die heute verfallen sind.
Von Spielmannsau kam man über die Bubenebene
im direkten Aufstieg zur Hierenalpe. Ein weiterer
führte aus dem Trettachtal bei der Unteren
Mädelalpe sehr steil durch das Gelände,
das in der AV-Karte Schießer genannt wird,
auf die Hütte. In der Nähe des Zusammenflusses
der Trettach mit dem Sperrbach begann ein Steig,
der ins Bergheugebiet am Warmatsrücken führte.
Von der Unteren Schneeflucht am oberen Ende des
Sperrbachtobels gelangte man in das steile Wiesengebiet
zwischen dem Vorderen und Hinteren Freithofrücken,
der als Schafweide der Oberen Mädelealpe genutzt
wurde. Nach einer mündlichen Überlieferung
soll der Schwärzger Rücken seinen Namen
von den Schwärzgern ( = Schmugglern) haben,
die diesen im unteren Teil überaus steilen
Rücken nutzten. Sinn machte das nur, wenn man
so einerseits die Grenzer, die den Sperrbachtobel
nutzten, umgehen konnte, oder andererseits, wenn
die Schwärzger aus dem Traufberg selbst stammten.
Dass die Anwohner aus den Tälern diese zusätzliche
Erwerbsquelle gerne nutzten, kann man im Buch "Bunte
Blätter" von Förderreuther nachlesen.
Natürlich war auch das Wildern eine weitere
Möglichkeit, um das karge Auskommen ein wenig
aufzubessern. So sollen die Traufbachtaler und die
Älpler der Hierenalpe nach alten Erzählungen
eine alte Jagdmethode genutzt haben, die uns aus
den Zeiten Kaiser Maximlians überliefert wurde.
Sie jagten die Gemsen über den Schwärzger
Rücken in das Gelände der Hauswände,
wo sie dann abstürzten.
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| Bei Steiner (neu in seinem Bergenbuch) finden wir eine sehr
ausführlich Erläuterung des Bergnamens,
die ich hier nur sehr verkürzt wiedergeben kann.
Er meint, dass der Berg ursprünglich von Lechtalern Siedlern benannt
wurde. Dort bedeutet das Wort "Fürschoß" so
viel wie Ecke oder Vorsprung. Später scheint der mundartl. Name der Norwestflanke "Schißer" dazugekommen sein. Seine Bedeutung "der Steine - Lawinen herablässt" scheint für den zweiten Teil des Namens bestimmend gewesen sein. |
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Der Fürschießer und
der Kratzer vom Klingenbichel aus gesehen.
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Blick vom Kegelkopf
hinüber zum
Nachbarberg Fürschießer. Der mittlere Rücken
ist der Schwärzger Rücken. Die Wände
links davon heißen Fürschießer-Wände
oder auch Hauswände. |
| Erschließung: |
Der einfachste Weg
führt über die Kempter Hütte.
Von dort kann man weiter zum Prinz-Luitpold-Haus
wandern.
Dieser Weg umrundet zu Beginn den Talkessel in
dem die Hütte liegt und erreicht auf der
gegenüberliegenden Seite bei 2207 m Höhe
am Fürschießersattel einen der Kämme,
der in ca 20 Minuten zur höchsten
Spitze des Fürschießers
führt.
Ein zweiter Weg führt herauf aus dem Traufbachtal.
Ungefähr aus der Mitte des Talgrundes,
bei den Häusern, die auf der AV-Karte
von 1906
"Gsässel" genannt werden, zweigt
der Weg nach Süden zur Käserstatt
ab. Von hier aus geht es durch einen Wald steil
zur
Hierenalpe (heute Jagdhütte) hinauf. Dort
erreicht man den Rücken, der von Spielmannsau
über die Bubenebene heraufzieht. Von hier
aus geht es den Rücken weiter hinauf, bis
man am sogenannten Krummen Stein auf eine etwas
ausgesetzte Stelle trifft, wo man hin und wieder
die Hände einsetzen muss (Schwierigkeitsgrat
II). Trittsicherheit und Bergerfahrung sind
deshalb
für diese
Tour Voraussetzung. Die letzten 200 Höhenmeter
kann man nun bei einer herrlichen Aussicht
genießen.
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| Weitere Links: |
| Täler und Flüsse: Stillachtal, Trettachtal |
| Ortschaften: Traufberg, Spielmannsau |
| Alpen und Alphütten: Traufberg,
Hierenalpe, Obere
Mädelealpe |

Der Fürschießer von Oberstdorf aus - ganz rechts
der Aufstiegsgrat mit dem Krummen Stein |
| Literatur: |
Flurnamen, Steiner,
S. 94 f
Alpenvereinskarte von 1906
Alpenvereinsführer, Groth, S. 131
Unbekannte Aufstiege, Gelhard, S 10
Bergnamen, Steiner, S. 49f
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Stand:
07.06.2007
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