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Oberstdorfer Berge: Der Große Krottenkopf (2657 m)

Beschreibung und Lage:

Der höchste Berg der Allgäuer Alpen ist der Große Krottenkopf, der jedoch schon in Österreich liegt, aber von Oberstdorf aus seinen Namen bekommen hat. Sein ursprünglicher Name ist unbekannt. Unter anderen erschienen früher in der Literatur folgende Schreibvarianten: Hermannskar Spitze, Petersspitze und Marchspitze
Die Oberstdorfer benannten früher das ganze Gebiet von den heutigen Krottenspitzen bis zur Marchspitze mit den "Krottenpitzen". Als Hermann von Barth hörte, dass einer von ihnen Großer Krottenkopf hieß, ohne jedoch zu wissen, welcher das war, bestieg er 1869 kurzerhand den höchsten und bezog den Namen auf ihn. Waltenberger schloss sich ihm an und so setzte sich der Name durch.

Der Namen stammt entweder von Tiernamen "Kröte" (eher unwahscheinlich) oder vom romanischen Wort "crypta" ab.
Berge mit Tiernamen trifft man bei uns häufig an und sie sind schon lange nachweisbar. In einer Sage wird der Name, nachdem man seinen Sinn nicht mehr verstand, auch diesbezüglich erklärt. Die bösen Geister der Umgebung sollen als Kröten hierher verbannt worden sein.
Der Name "crypta" jedoch hat laut Steiner u.a. die Bedeutung von "Felsen, Felsblock neben
einer Höhle" vor. Dies könnte sich auf das Aussehen dieser Berge mit ihrer wilden, zerrissenen Felsbeschaffenheit beziehen, in der es viele Zacken, Türme, Überhänge und kleine Höhlen gibt.
Literatur:

Flurnamen, Steiner, S. 199
Alpenvereinskarte von 1906
Alpenvereinsführer, Groth, S. 174
Gesammelte Schriften des Freihernn Hermann von Barth, München 1926, S. 543 ff
Reiser S. 351
Bergnamen, Steiner, S. 126

Erschließung:
Von der Kempter Hütte aus nimmt man den Weg in Richtung Hermann von Barth Hütte bis zur Krottenkopfscharte (2350 m). Von hier kann man leicht über bezeichneten Weg zum Gipfel hinaufsteigen.
Eine schöne Kletterei (III) führt über den Nordgrat, den man über das Öffnerkar und die Hermannskarscharte erreicht, nach oben.
Besteigungsgeschichte:
Als erster beschreibt Dr. Gümbel die Besteigung des Berges Im Jahre 1854 (?), der wahrscheinlich schon vorher von Einheimischen bezwungen worden ist. 1893 stiegen J. Enzensberger u.a. über den Nordgrat ab.
Weitere Links:

Alpen: Obere Mädelealpe
Berge: Krottenspitzen
Berghütten: Kempter Hütte


Der Krottenspitzengrat mit der Krottenspitze und links daneben der Große Krottenkopf
Stand: 04.06.2007

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