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Oberstdorfer Berge: Trettachspitze (2595 m)


Die Trettachspitze von Westen aus gesehen
Beschreibung und Lage:
"Wenn eine Spitze unbesteigbar ist, so muss es diese sein!" - so schreibt der Pionier der Bergsteigerei Hermann von Barth in seinem 1869 erschienen "Allgäuer Wegweiser" über die Trettachspitze. Der nördlichste und kühnste Felsenzahn der Hauptkette der Allgäuer Alpen bildet der berühmteste Kletterberg in unserem Gebiet: die Trettachspitze. Sein Gestein besteht aus Hauptdolomit. Sie liegt direkt an der Verlängerung des Himmelschrofengrates, der sich von Oberstdorf aus in Richtung Süden zieht. Sein nördlicher Nachbar, der Wildengundkopf, bildet den Abschluss dieses Himmelschrofenzuges. Auf der westlichen Seite befindet sich das Stillachtal und auf der Ostseite das Trettachtal, dessen Fluss dem Berg den Namen gab. Im südlichen Anschluss der Trettachspitze befindet sich durch einen schmalen Grat getrennt die Mädelegabel. Noch vor etwa 150 Jahren waren die Bezeichnungen für die beidenden Berge widersprüchlich. In Einödsbach wurde dei Trettachspitze Giis(t)kopf genannt, wobei den Einwohnern damals schon nicht mehr klar war, dass der Name, wie Steiner erläutert, sicher nicht auf "Geister" oder den Tiernamen "Geiß", sondern auf den Tiernamen Geyer zurückzuführen ist. Erst Hermann von Barth und Waltenberger verhalfen dem Namen Trettachspitze zum Sieg.

Der Hauptkamm mit der Trettachspitze,
Mädeleagabel und Hochfrottspitze
Literatur:
Flurnamen, Steiner, S.62f
Alpenvereinskarte von 1906
Alpenvereinsführer, Groth, S. 109 ff
Die Allgäuer Alpen bei Oberstdorf und Sonthofen, Gedruckt bei Georg Franz, München 1856, S. 78
Gesammelte Schriften des Freihernn Hermann von Barth, München 1926, S. 476 ff
Die Gruppe der Mädelegabel, Enzensberger Ernst, München 1909, S. 56 ff
"Hieß die Trettachspitz einst Giees(t)kopf?", Steiner Th., in Unser Oberstdorf, Heft 9, S. 68 ff
Bergnamen, Steiner, S. 208


Besteigungsgeschichte:

Im Führer "Die Algäuer Alpen bei Oberstdorfer und Sonthofen" von 1856 schreibt der Autor, dass zwei Hirtenknaben zusammen mit ihrer 12jährigen Schwester im Jahre 1855 ein Stange auf dem nördlichen der 3 Gipfel der "Mädelegabli" aufgestellt hätten. Hermann von Barth und Enzensperger nennen uns in ihren Schriften die Namen: Urban und Alois Jochum. Von der Schwester Viktoria Jochum berichten sie zwar auch, sie wird jedoch als Ehefrau des Zweitbesteigers Baptist Schraudolph aus Einödsbach genannt. Sie muss demnach eine erwachsene Frau gewesen sein, als sie mit ihrem Ehemann im Herbst 1855 die dritte Besteigung der Trettachspitze durchführte. Baptist Schraudolph und die Trettachspitze gehören in der Folge zusammen.


Der alte Schraudolph
Erschließung:
Natürlich gibt es auf diesen Berg keinen Wanderweg und eigentlich führen nur zwei für Normalbergsteiger begehbare Pfade an den Einstieg zu den beiden einfachsten Aufstiegsrouten. Der eine Weg kommt vom Waltenberger Haus herüber unter den Bergen der Guten Hoffnung hindurch und der zweite über den Einödsberg und der sogenannten Märchenwiese zum Firnfeld unter dem Nordfuß des Berges. Früher gab es noch einen Aufstieg über Spielmannsau und die Untere Mädele-Alpe hinauf zum Wildengundkopf. Dieser Weg ist leider abgegangen. Vom Firnfeld aus führen der Nordostgrat und Nordwestgrat, die beiden leichtesten Kletterrouten an der Trettachspitze, zum Gipfel. Die schwierigsten Stellen dieser Routen liegen im Dreierbereich.
Weitere Links:
Täler und Flüsse: Stillachtal, Trettachtal
Ortschaften: Einödsbach
Berghütten:Waltenberger Haus, Kempter Hütte
Alpen und Alphütten: Einödsberg, Untere Mädele-Alpe
Berge: Himmelschrofen, Mädelegabel, Hochfrottspitze
Stand: 05.06.2007

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