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Brauchtum in Oberstdorf: Der Viehscheid (=Almabtrieb)

Der September ist im Allgäu die traditionelle Viehscheidsaison. Jeder Ort hat in diesen Tagen seinen "Viehscheid", der mit einem entsprechenden Fest gefeiert wird. Aber was wird eigentlich gefeiert?
Über 2 Monate sind das Vieh und ihre Hirten auf den Alpen. Der Bergsommer macht das Vieh gesund und widerstandsfähig. Die Heimkehr von den Sommerweiden wird als Volksfest, Viehscheid genannt, gefeiert.

Am Tag des Viehscheides kommt das Jungvieh vom Berg zurück und wird den Besitzern wieder übergeben. Der Hirte kennt sein Vieh und ruft den Namen des Bauern auf, dem dieses Stück Vieh gehört. Er scheidet (trennt) das Vieh aus. Verlief der Alpsommer ohne Unfall, dann wird die Herde von der hübsch geschmückten Kranzkuh angeführt. Natürlich ist es ein willkommener Anlaß für die Hirten, das Ende des arbeitsreichen Sommers ausgiebig zu feiern. Bis heute gehört der Viehscheid deshalb zu den wichtigsten Oberstdorfer Feiertagen.

Am 12. September findet traditionell der "Schöllanger Scheid" statt. 700 Tiere von 4 Alpen (u.a. Entschenalpe, Käseralpe) ziehen am Scheidplatz ein. In Schölland liegt er südlich des Ortes und ist nicht zu übersehen. Unter anderen spielt die Blasmusik Schöllang im Festzelt zünftig zur Unterhaltung auf.

Auf Grund des Verkehrsaufkommens und der Viehherden ist die Kreisstraße zwischen Oberstdorf und Schöllang gesperrt und es empfielt sich die Anfahrt entweder mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr (Bus) von Oberstdorf (Busbahnhof), Fischen oder Sonthofen aus.

Am 13. September folgt dann der "Oberstdorfer Scheid". Er ist der älteste überlieferte Viehscheid mit Viehmarkt im Allgäu. Rund 1000 Jungrinder treffen im Laufe des Vormittages im sogenannten Ried ein. Die Rappenalpe macht gegen 9:00 Uhr den Anfang und etwa um 11:00 Uhr wird die letzte, die Alpe Traufberg, am Scheidplatz einziehen. Natürlich gibt es auch hier ein Festzelt, in dem Allgäuer Volksmusikanten für die richtige Stimmung sorgen werden.

In Oberstdorf befindet sich der Scheidplatz ebenso im Süden des Ortes, beim Renksteg. Auch hier ist die Anfahrt mit dem Auto eigentlich nicht zu empfehlen, aber über der Westumgehung (Richtung Fellhornbahn) möglich. Schöner ist es, entweder zu Fuß Richtung Süden zu wandern oder mit der Pferdekutsche vom Megever Platz (gleich beim Marktplatz) aus zu fahren. Natürlich gibt es auch eine Busverbindung vom Busbahnhof und von den Auffangparkplätzen aus.

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