
Foto: Jürgen Mende |
| Lage: |
Gerstruben
liegt im Dietersbachtal, einem östlichen Seitental
des Trettachtales. Von Oberstdorf aus führt
eine Fahrstraße über die Burgstallsteig
und die Gerstruber Steige hinauf zu der Ortschaft
und von dort weiter ins Tal hinein bis zur Dietersbachalpe.
Vom Weiler Gottenried im Trettachtal führt
ein wunderschöner Fußweg durch den schaurig-romantischen
Hölltobel, der jedoch Trittsicherheit voraussetzt.
Entfernung von Oberstdorf: ca 10
km
Bitte beachten, dass die
Straße ab dem Renksteg für den öffentlichen
Verkehr gesperrt ist! |
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| Weitere Links: |
Weitere
Links:
Alpen : Gerstruberalpe,
Dietersbachalpe,
Gerstruber
Älpele
Radtour: Gerstruben
- Dietersbachtal |

Foto: Helmut Nußbickel |
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| Beschreibung und Geschichte: |
| Gerstruben
ist durch eine Hangkuppe von Norden und Osten
her geschützt und eignete sich deshalb gut für
eine Ansiedlung. Das Tal selbst entstand in
seiner
heutigen Form in der letzten Eiszeit. Der Hölltobel
grub sich erst nach der Eiszeit ein.
Der Sage nach soll Gerstruben sogar älter als
Oberstdorf sein. Im Kern ist diese Sage wahr,
da die Hochtäler rund um Oberstdorf schon sehr
früh im Sommer alpwirtschaftlich genutzt wurden.
Der Fund des Ötzis beweist, dass die Alpen schon
in der Bronzezeit genutzt waren. Doch eine Dauersiedlung
ist in Gerstruben erst für das 14. Jahrhundert
nachweisbar.
Insbesondere im Mittelalter, als bei uns das Klima
weitaus wärmer war als heute, wurde hier Gerste
angebaut. Das gab dem Ort jedoch nicht seinen
Namen. Nach Thaddäus Steiner ist "ruben"
wahrscheinlich ein romanisches Wort, das soviel
wie "überwachsener Murkegel" bedeutet.
Der Name taucht in einer Reihe von Rubi bis in
die Spielmannsau - Steinrube - fast nur im Trettachtal
und seinen Seitentälern auf.
Im 18. Jahrhundert bestand der Ort sogar aus 12
Häusern. Viele Familien des Ortes kamen aus dem
Lechtal oder dem Walsertal. Das waren Einwanderer,
die mit dem oft unwirtlichen Lebensbedingungen
in so einem Hochtal vertraut waren.
Da die wirtschaftlichen
Grundlagen der Bauern nicht unbedingt die sichersten
waren, verkauften sie im Jahre 1892/93 alle 9
Anwesen an eine Elektrizitätsgesellschaft, die
in diesem Tal einen Speichersee errichten wollte.
Das geplante Kraftwerk wurde jedoch Gott sei Dank
nie gebaut. Im Jahre 1896 ging es in den Besitz
des Freiherrn von Heyl über, der das Gebiet zu
Jagd nutzte und fast die gesamte Bergbauernsiedlung
erhielt. 1953 verkaufte seine Frau Anneli das
gesamte Gebiet an den Verein Oberstdorfer Rechtler,
eine Vereinigung von vielen Oberstdorfern Bürgern.
Auch damals stand die Gefahr eines Wasserkraftwerkes
wieder im Raum. Die Rechtler setzten die teilweise
abbruchreifen Häuser, die fast alle unter Denkmalschutz
stehen, wieder instand.
Das Haus Nr. 2 wurde damals von Baron Heyl bei
seinen Jagdausflügen bewohnt, weshalb es immer
noch "Barone Hüs" genannt wird. Es wurde
im Jahre 1626 erstellt - siehe Balken im Keller
- und war das größte und schönste der Gerstruber
Häuser. Ursprünglich war es ein Zwiehof nach Walser
Bauweise (Wohnhaus mit Giebel nach Süden und extra
stehender Stall) und wurde erst später mit einem
einheitlichen Dach - First nach Osten - überbaut.
Im sogenannten "Jakobe-Hüs " ist
heute ein kleines, aber feines Museum untergebracht.
Die Marienkapelle stammt wahrscheinlich aus dem
17. Jahrhundert. Drunten am Dietersbach, wenigen
Minuten vom Ort entfernt, steht eine alte, jedoch
immer noch funktionierende Sägemühle.
Durch das Gemeindeedikt kommt die Ortschaft 1818
zur neugebildeten politischen
Gemeinde Oberstdorf.
Hie und wieder werden
Führungen durch den
historischen Ort angeboten - die Termine erfahren
Sie bei der Kurverwaltung. |
| Literatur: |
Geschichte des Marktes O., B.2,
S. 204 ff
Flurnamen, Steiner, S. 103 f
Ortsnamenbuhg, Dertsch, S. 55
Stützle, S. 25 |
Stand:
09.12.2007
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