
Das Gemeindegebiet von der Sesselalpe aus gesehen |
| Lage: |
Am
Südhang des Ochsenberges (1179 m) und am westlichen
Rand des Oberstdorfer Talkessels liegt der Ortsteil
Tiefenbach. Das ehemalige Schwefelbad bietet
Sonne und beschauliche Ruhe, zugleich aber dieselben
Ausflugsmöglichkeiten und das Angebot der Bergbahnen
und Skilifte wie Oberstdorf, da es nur wenige
Autominuten (Kreisstraße) entfernt ist.
Entfernung von Oberstdorf: ca
5,5 km |
| Das Wappen |
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| Das
seit 1969 bestehende Wappen verdeutlich die Ursprünge
Tiefenbachs. Der Badezuber verweist auf das
Heilbad und der
Latschenkiefernzweig auf den Namen. Er wurde
als Ableitung von der "Tüfe" (=
Dialektwort für Mooskiefer) gedeutet. In
der Zwischenzeit scheint jedoch eine Ableitung
von "Am tiefen
Bach" (= dem Lochbach) logischer. |

Tiefenbach vom Lochbachtal aus gesehen |
| Weitere Links: |
Anmerkung:
Hier werden nur ein paar
wichtigere Links aufgeführt,
da das Themengebiet "Tiefenbach" zu
groß. Es wird auf die jeweiligen Thembereiche
(Wandern, Radtouren usw.) verwiesen.
Alpen und Alphütten: Tiefenbacher
Alpen
Gebäude: Pfarrkirche
St. Barbara, Kapelle Winkel
Naturdenkmäler: Breitachklamm, Judenkirche
Ortschaften: Rohrmoos
Radtouren: Tiefenbach
Täler: Breitachtal, Rohrmooser-Tal
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Pfarrkirche St. Barbara |
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| Beschreibung und
Geschichte: |
Funde
aus der Mittelsteinzeit (im
Oberstdorfer Heimatmuseum ausgestellt) und Bronzezeit
(Bronzebeil beim Sonnwald im Rohrmoos) beweisen,
dass Tiefenbach schon sehr früh von Sammlern
und Jägern besucht wurde. Eine echte Besiedlung
Tiefenbachs kann aber erst für das frühe
Mittelalter angenommen werden. Die erste sicherer
Beurkundung stammt aus dem Jahre 1361,
als die Brüder Oswald und Marquard von
Heimenhofen ihren Oberallgäuer
Besitz aufteilten. Kirchenrechtlich gehörte
der Ort damals noch zur Pfarrei Fischen.
Im ausgehenden Mittealter gehörte die Mehrzahl
der Güter und Leute zur Grafschaft
Rotenfels. 1471 erhielten die Montforter
Grafen das Recht in Tiefenbach Eisen
abzubauen. Die Grube wurde aber schon
bald wieder aufgegeben. 1499
wurde Tiefenbach dann endlich zur eigenen
Pfarrei. Damals zählte die Einwohnerschaft
etwa 150 bis 180 Personen. Natürlich beteilgten
sich auch die Tiefenbacher Bauern am erfolglosen
Bauernkrieg im Jahre 1525.
1564 verkaufte der Montforter
Graf Ulrich VIII. die Grafschaft Rotenfels und
somit auchTiefenbach an seinen Schwager Johann
Jakob von Königsegg.
Einen besonderen Ruf hatte Tiefenbach als Heilbad.
Graf Hogo von Montfort baute 1518 sogar ein
eigenes Badeanwesen für das Schwefelbad.
Auch das abgelegene Dorf wurde von den Auswirkungen
des dreißigjährigen Krieges
heimgesucht. Insbesondere die Pest
traf den Ort schmerzlich. So verringerte sich
die Bevölkerung von 240 Einwohnern
im Jahre 1630 auf 108 im Jahre
1638. Die schaurige Sage "Kegelnde Pestgeister
auf der Moosalpe" erinnert an dieses Ereignis.
Trotz einer ganzen Reihe von Unwetterkatastrophen,
die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder
mit strengen Wintern und nassen Sommern zu Hungersnöten
führten, vergrößerte sich die
Einwohnerschaft bis zum Jahre 1790 auf
417. Eine wesentlich Veränderung
erfuhr die Gemeinde bei der in den Jahren 1774/75
durchgeführten Vereinödung
(=Flurbereinigung). Bis dahin lag der Ort als
geschlossene Ortschaft zwischen der Pfarrkirche
und Wasach. Daneben bestanden schon Winkel und
Räppele. Von 51 Häusern im Ort wurden
37 abgerissen und auf dem freien Feld wieder
aufgebaut. Hierzu gehören z.B. die Häuser
an der Straße zur Breitachklamm. |

Das Tiefenbacher Ortszentrum |
Im Jahre 1804 kam
Tiefenbach im Zuge der napoleonischen Kriege
zu Österreich und schon 1805 endgültig
zu Bayern. Als das Bistum
Konstanz 1821 aufgelöst
wurde, war der Bischof von Augsburg für
das Seelenheil der "Duifebacher" zuständig.
Erst 1898/99 wurde die Anbindung
zur Distriktstraße, der heutigen
B19, erstellt. Das heißt, dass bis zu
diesem Zeitpunkt ein Fuhrwagenverkehr nur über
die Straße nach Obermaiselstein möglich
war, was sichtbar macht, wie weit voneinander
entfernt sich Tiefenbach und Oberstdorf damals
noch befanden.
Ein überaus wichtiges Ereignis war 1905 die Einweihung
des Weges durch die Breitachklamm, der auf Drängen des
damaligen Pfarrers Schiebel verwirklicht wurde. Ein weiterer wichtiger Tag war 1917 die
Einweihung der Heilstätte Wasach, in der urspünglich
eine Lungenheilanstalt untergebracht war. Heute ist sie eine Rehaklinik für
Orthopädie. Leider brachte ein Gutachten des Balneologischen Institutes
der Universität München - das Wasser war nicht gesund genug - 1960
das Aus für das Schwefelbad, das sich noch in den dreißiger Jahren
große Beliebtheit erfreute. 1972 wurde Tiefenbach mit
774 Einwohnern in den Markt Oberstdorf eingegliedert. |
| Literatur: |
| Allgäuer
Sagen von Reiser, S. 480
Allgäuer Sagen von Endrös/Weitnauer,
S. 423
Historisches Ortsnamenbuch,
S. 177f
Geschichte des Marktes O., B. 2,
S. 239 - 243
90 Jahre - Viehzuchtgenossenschaft Tiefenbach,
S. 17ff
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Stand:
13.08.2006
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