Trettachtal Einödsbach Skiflugschanze Trettach
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Ortschaften im Gemeindebereich
Traufberg (ca 1200 m)
Lage:
Das Traufbachtal, in dem die alte verlassene Siedlung liegt, ist ein östliches Seitental des Trettachtales. Der Traufbach mündet kurz vor Spielmannsau, am höchsten Punkt der Straße, in die Trettach. Von hier aus führt ein Fußweg durch den Tobel hinauf zum Traufberg. Die Fahrstraße dagegen biegt weiter hinten, kurz nach der Alpe Oberau, im scharfen Bogen nach Nordosten ab und geht dann steil bergauf bis zur Bubenebene und von dort wieder kurz bergab ins Traufbachtal.
Entfernung von Oberstdorf: ca. 10 km
Anmerkung
Thaddäus Steiner hat in "Unser Oberstdorf", Heft 45 mit einem lesenswerten Artikel "Zur Geschichte der Alpen im Traufberg - Teil 1" neuere Erkenntnisse zusammengetragen.
Weitere Links:
Alpe: Traufberg
Radtour: Traufberg
Karten: "Hurterkarte"
Gebäude: Kapelle Christi Geburt vor Spielmannsau
Beschreibung und Geschichte:

1333 wurde der Traufberg erstmals urkundlich erwähnt und schon 1361 war von Leuten und Gütern die Rede. Wahrscheinlich wurde er als Rettenbergisches Lehen von Lechtalern erschlossen, nachdem ihn die Allgäuer zuvor wahrscheinlich nur alpwirtschaftlich genutzt hatten. Er kam in der Folge in der Besitz der Herrn von Heimenhofen, die ihn 1567 (vielleicht auch schon 1559) an den Bischof von Augsburg verkauften. Auf seiner Sonnenseite standen über die Jahrhunderte hinweg 3 bis 6 Wohnhäuser. Die Bewohner waren Tiroler Untertanen und zahlten dort ihre Steuern. Kirchlich gehörten sie zur Pfarrei Oberstdorf und dem Augsburger Bischof waren sie lehenpflichtig. Interessant ist, dass der Traufberg schon in der Hurter-Karte von 1619 eingetragen ist. Knapper Lebensraum und hohe Belastungen machten neben den Naturkathastrophen das Leben überaus schwer. Deshalb wurde das vor 1811 als Dauersiedlung aufgegeben. Das letzte, bewohnte Haus war Schrättlers Gütle = Schrättle Alp der Alpenvereinskarte. Im Gesäß (= Gsässel der Alpenvereinskarte) bezeichnet der Name auf der Hofstatt den alten Standort eines Hauses.
Weiter talaus standen noch zwei bis vier Höfe.
Schließlich gab es noch ein Haus in Giebel, das schon außerhalb des eigentlichen Talgrundes war.
Durch das Gemeindeedikt kommt die Ortschaft 1818 zur neugebildeten politischen Gemeinde Oberstdorf.
Nach Steiner könnte der Name auf das Wort "Drauch" = Tierfalle zurückgehen, womit vielleicht die Lage des Tales gemeint sein könnte.

Literatur:
Unser Oberstdorf, Heft 45, 2005, S. 1605 ff
Geschichte des Marktes O., B.1, S. 234 ff
Geschichte des Marktes O., B.2, S. 209 ff
Flurnamen, Steiner, S. 61
Ortsnamenbuch, Dertsch, S. 179f.
Stand: 21.03.2005
Verbesserungsvorschläge und weitere Artikel für diesen Online-Führer werden gerne entgegengenommen! Alex Rößle
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