Oberstdorfer Geschichte

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Arthur Maximilian Miller

Der schwäbische Volksdichter war mit kleinen Unterbrechungen von 1938 bis 1989 in Kornau bei Oberstdorf und war dort an der kleinen Dorfschule auch Lehrer.
Sein Dichterleben beschrieb beschrieb Dr. Hans Frei im Band "Als ich meine Hose zum ersten mal offiziell gebrauchte - und andere Geschichten". Da es sicher keine keiner besser kann, als sein ehemalige Freund, möchte ich hieraus zitieren:

1901 - 1918
Seine Jugend

Arthur Maximilian Miller wurde am 16.6.1901 als zweites Kind von Robert und Katharina Miller in der Kleinstadt Mindelheim geboren. Die Kaufleute besaßen ein Wohn- und Geschäftshaus in der Maximilianstraße 22. Die Eltern weckten schon früh das Interesse ihrer Söhne für Literatur, Kunst und Musik. Arthur M. Miller zeichnete mit Vorliebe die stillen Winkel seiner Heimatstadt und musizierte im Kreis der Familie. Seine Erinnerungen hat er in seiner Biographie „Das Haus meiner Kindheit" festgehalten. In seinem Roman „Mein altes Mindelheim" und in Mundartgedichten hat er seiner Heimatstadt ein bleibendes Denkmal gesetzt.

1918 - 1924
Seine Ausbildung

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Tod des Vaters (1918) begann für Arthur ein neuer Lebensabschnitt. Nach dem Besuch der dreijährigen Präparandenschule in Mindelheim wechselte Arthur M. Miller 1918 auf die Lehrerbildungsanstalt nach Lauingen an der Donau. Nach dem erfolgreichen Abschluß war er als Praktikant an den Volksschulen in Mindelheim, Wiggensbach, Ettringen und Haselbach tätig.

Sein erster Roman

Fünf Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der Inflation, entstand sein erster Roman „Das Jahr der Reife". Die autobiographische Geschichte erzählt von den schwierigen Lebensumständen eines jungen Lehrers, wie er sie selbst erlebt hat. Auch er konnte, wie seine Romanfigur, „auf keine äußere Hilfe Anspruch erheben. Er besaß nur das Notdürftigste und den Glauben an seine Berufung."

1924 - 1938
Seine ersten Dienststellen

1924 absolvierte Arthur als bester Teilnehmer die Anstellungsprüfung zum Schuldienst und wurde an die Volksschule in Immenstadt berufen. 1926 erhielt er die Ernennung zum Lehrer. 1930 heiratete er Magdalena Kleiner, die drei Jahre zuvor ihr Studium der Altphilologie, Deutschen Literatur und Geschichte in München abgeschlossen hatte. Die beiden kannten sich bereits seit ihrer Jugend aus Mindelheim.

1938 - 1945
Leben in Kormau zur Zeit des 3. Reiches

In Immenstadt lehrte Miller bis zu seiner Versetzung nach Kornau bei Oberstdorf im Jahre 1938. Die Schulleitung und die Kriegszeit brachten zahlreiche Belastungen, u.a. in der Zeit der Evakuierungen von Kindern aus den Großstädten des Ruhrgebietes, die im Allgäu Schutz vor den Angriffen suchten.Arthur M. M
iller kümmerte sich um die Tages- und Parteipolitik der Nationalsozialisten kaum. In seinen Werken kommen zeit- und gesellschaftskritische Themen nur selten vor. Hitlers zwangsweisen Gleichschaltung aller Lehrer konnte er sich jedoch nicht entziehen.

1945 - 1959
Nachkriegszeit

Der Zweite Weltkrieg hat seine labile Gesundheit und seine innere Welt stark belastet. Nach dem Ende des Krieges durfte er für zwei Jahre seinen Beruf nicht ausüben. 1947 wurde er von der amerikanischen Militärregierung wieder in den Schuldienst eingesetzt.
1953 erwarb er in Kornau das Sommerhaus des bekannten Stuttgarter Architekten Paul Bonatz. 1955 wurde er zum Oberlehrer befördert,

1959 - 1989
Ruhestand in Kornau

1959 ging er aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand. In seiner „Dichterei" in Kornau widmete er sich von nun an ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit.

1989 - 1992
Ruhestand in Ottobeuren

1989 übersiedelte das Ehepaar Miller von Kornau in das Ruhestandsappartementhaus nach Ottobeuren. Magdalena Miller ging kurze Zeit später ihrem Mann in den Tod voraus. Arthur verstarb mit 91 Jahren am 18.2.1992.

Sein Nachlass
- das Dichterhaus

Nach dem Tod von Arthur M. Miller übernahm der Bezirk Schwaben seinen persönlichen und künstlerischen Nachlaß. Das weitgehend unveränderte Wohnhaus bietet mit Mobiliar und Bibliothek die Möglichkeit der Begegnung mit dem geistigen Vermächtnis des Dichters. Junge Künstler oder Wissenschaftler sollen dort befristet leben und arbeiten können. Das literarische Erbe wird unter Federführung der Universität Augsburg in einem Schwäbischen Literaturarchiv verwahrt und bearbeitet.

Seine Veröffentlichungen

Arthur M. Miller veröffentlichte im Laufe seines Lebens nahezu 100 selbständige Bücher und Schriften. In seinen Romanen, Erzahlungen, Biographien, Gedichten und Theaterstücken nimmt das Land zwischen Hier und Loch, Donau und Allgäu breiten Raum ein.
Neben Geschichte und Landschaft stehen häufig historische Gestalten im Mittelpunkt der Handlung. Zahlreiche schwäbische Städte wie Augsburg, Memmingen, Mindelheim oder Kaufbeuren bilden die Schauplätze des Geschehens.
Arthur M. Millers Werk ist gekennzeichnet von christlicher Gesinnung, aufrichtiger Heimatverbundenheit und schwäbischem Selbstwertgefühl. „Die Heimat sehen und erkennbar machen als ein engeres Weltall, den Weg verfolgen in ihr Inneres, das in das Innere aller wesenhaften Dinge einmündet", so hat er selbst sein Schaffen umschrieben.

Auszeichnungen Zahlreiche Auszeichnungen bringen die hohe Wertschätzung seines Werkes zum Ausdruck. Arthur M. Miller war Ehrenbürger der Stadt Mindelheim und des Marktes Oberstdorf. Er erhielt u.a. die Verdienstmedaille des Bezirks, das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden.

Aus "Als ich meine Hose zum ersten mal offiziell gebrauchte - und andere Geschichten" mit lustigen und besinnlichen Erzählungen A.M. Millers herausgegeben von Margit Wellmann im erschienen im Wißner-Verlag Augsburg (ISBN 3-89639-255-7) .

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