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Oberstdorfs Täler: Das Oytal

Beschreibung
Oberhalb der Käseralpe im Alpgebiet der Gutenalpe entspringen der Scharten- und Stuibenbach, zwei der vielen Quellflüsse des Oybaches. Großer - und Kleiner Wilder und Höfats umgrenzen diesen Talabschluss. Von hier aus führen Wanderweg über den Älpelesattel hinüber ins Dietersbachtal, über das Hornbachjoch hinüber ins Lechtal, hinauf zum Eissee oder zum Himmeleck. Nach der Käseralpe stürzt das Wasser des Stuibenbaches über den Stuibenfall, einem der schönsten Natursehenswürdigkeiten in Oberstdorf, in die Tiefe. Verstärkung erhält der Bach nun durch das Wasser aus dem blumenreichen Gaisbachtobel, dessen Weg leider abgegangen ist.

Das Prinzenkreuz *
Weiter talauswärts erreichen wir das Oytalhaus. Von hier führt ein Wanderweg westlich hinauf auf die Lugenalpe und über das Hahnenköpfle wieder hinunter nach Gerstruben. Auf der Gegenseite zieht der Gleitweg durch die Seewände steil hinauf zum Seealpsee. Bevor sich das Tal nach Norden wieder verengt, liegt unterhalb des Riefenkopfes das kleine Alpgebiet des Blattnergündles. Von hier nimmt der Oybach wieder Geschwindigkeit auf, bevor er nördlich von Gruben in die Trettach mündet.
Erschließung
Das Oytal ist durch eine für den öffentlichen Verkehr gesperrte Fahrstraße erschlossen, die von den Schattenbergschanzen, über den Kühberg um den Schattenberg herum ins Tal führt und erst bei der Käseralpe endet. Ein Fußweg, der Hohenadelweg, führt von Gruben aus am schattigen Oybach entlang, bis er kurz vor dem Kreuz unterhalb des Blattnergündles die Fahrstraße erreicht.
Weitere Links:
Alpen: Käseralpe, Gutenalpe, Rauhenhalsalpe, Lugenalpe, Blattnersgüntle, Laufbachalpe, Seealpe
Radtouren: Oytal, Käseralpe
Naturschönheiten: Stuibenfall, Seealpsee
Berge: Hoefats, Hahnenköpfle, Riefenkopf
Großer - und Kleiner Wilder, Schneck
Kartenausschnitt: Av Karte von 1906: Oytal West, Oytal Mitte, Oytal Süd
Literatur:
Ortsnamenbuch, Dertsch, S. 127
Flurnamen, Steiner, S. 256
Stützle, S. 22 f
Stand: 06.06.2007

Der Talschluss bei der Käseralpe
Nördlich der unteren Gutenalpe, beim Prinzenkreuz* erreicht der Stuibenbach den Talboden des Oytales und heißt ab hier Oybach. Auf der Westseite gibt es ein verstecktes Weglein hinauf durch den Rauhenhalstobel zur Rauhenhalsalpe und gegenüber führt ein anderer in das alte Bergheugebiet des Laufbachtales unterhalb des Schnecks.


Das Oytal mit dem Oytalhaus

Deutung des Namens
Der Name erklärt sich selbst: Die "Au" ist ein wasserdurchflossenes Land. Bis ins 19. Jahrhundert hieß es übrigens nicht Oytal sonder nur die "Oy".
Anmerkung
* Prinzenkreuz
Im Buch "Die Allgäuer Alpen" von Max Förderreuther aus dem Jahre 1907 steht zu dem Kreuz auf S. 37 folgender Eintrag:
"Am 3. Oktober 1872 weilte Prinz Luitpold, der jetzige Regent von Bayern, mit seinen Jagdgästen im Oytal nahe dem Stuibenfall. Da ging plötzlich von den Hängen des Himmelhorns ein Felssturz nieder und schleuderte seine furchtbaren Geschosse bis zur erschreckten Jagdgesellschaft, die nur knapp dem Verderben entrann. Ein Metallkreuz ist auf einem der herabgestürzten Blöcke errichtet zum Andenken an die Errettung aus drohender Gefahr." Ursprünglich befand sich am Kreuz eine gusseiserne Platte mit der Inschrift:"Errichtet zur Erinnerung an die glückliche Errettung Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Luitpold von Bayern und seiner Jagdgäste bei dem Bergsturze am 3. Oktober 1872". Diese Platte wurde leider gestohlen, wird evtl. jedoch bald wieder nach Oberstdorf zurückkommen!
Oben ein Ausschnitt aus einer Karte des Bezirks Sonthofen, herausg. von der Bezirkssparkasse ca. 1940

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